Wein richtig trinken – für viele kein Rätsel mehr. Dennoch gibt es weiterhin einige Halbwahrheiten zu diesem Thema. Deshalb räumen wir für Sie mit Hilfe unseres Chefkochs und Weinfachmanns Sandro Pietrobelli mit 5 verbreiteten Wein-Irrtümern auf.

 

Wein richtig trinken – Diese Irrtümer stehen Ihnen im Weg

 

1. Rotwein bei Zimmertemperatur servieren

Fangen wir mit dem verbreitetsten Irrtum an. Lange Zeit wurde proklamiert, dass man Rotwein am besten bei Zimmertemperatur trinken soll. Diese Regel kommt noch aus einer Zeit, in der Wohnungen wenig komfortabel geheizt wurden. Die heutzutage als angenehm empfundene Zimmertemperatur von 21-22 Grad ist als Trinktemperatur für Rotwein ungeeignet. Um den Wein richtig zu trinken gilt: Lagern Sie den Rotwein an einem etwas kühleren Ort oder kühlen Sie diesen zur Not kurz im Kühlschrank auf 16-18 Grad runter. Dabei gilt die Faustregel: Je leichter der Rotwein, desto kühler kann man ihn trinken. Einen sehr guten und vollen Rotwein trinken Sie am besten bei 18 Grad, einen sehr jungen und leichten sogar bei 12-13 Grad (mehr dazu z.B. hier).

Sollten Sie an diesem Irrtum also festhalten wollen, drehen Sie einfach die Heizung runter und ziehen Sie sich warm an!

Wein richtig trinken

 

2. Weißwein zu Fisch und Rotwein zu dunklem Fleisch

Das stimmt nicht mehr. Die Welt der Weine besticht mittlerweile durch eine breite Vielfalt und großen Variantenreichtum. Dadurch ist diese vereinfachende Trennung nicht mehr sinnvoll und dient nur noch einer sehr groben Orientierung. Es gibt zum Beispiel schwere und ölige Weißweine, die hervorragend zu dunklem Fleisch passen und umgekehrt sehr feine, leichte Rotwein, die Fischgerichte wunderbar komplettieren. Wein richtig trinken heißt demnach auch: seine Weine richtig kennen. So können Sie den passenden Wein zum entsprechenden Essen auswählen.

 

3. Zu einem guten Essen gehört ein guter Wein

Natürlich darf man dieser Meinung sein und wir würden nur auf speziellen Wunsch unsere Menus ohne Weinbegleitung anbieten. Aber: Wein richtig trinken, heißt auch verantwortungsvoll trinken. Und tatsächlich gibt es seit einiger Zeit einen kleinen Trend zu hochwertigen alkoholfreien Alternativen zu Rot- und Weißweinen. Diese können zum Beispiel aus Obstsäften oder sogar Essig bestehen (mehr dazu z.B. hier). Wir finden dieses Thema übrigens sehr interessant und Sie dürften bald in unseren Kochkursen und Kochevents darauf stoßen.

Wein richtig trinken

 

4. Käse und Wein – ein unzertrennliches Paar

Dieses Paar ist weit weniger unzertrennlich als Sie wahrscheinlich dachten. Wer Käse unmittelbar zusammen mit Wein zu sich nimmt, bringt sich um den Genuss des Weins. Das Fett aus dem Käse verschließt die Geschmacksknospen, die wichtig sind, um einen Wein in vollem Umfang geschmacklich zu erfassen. Wein richtig trinken, daher eher ohne Käse. Wenn Sie dennoch einen passenden Wein zum Käse suchen sollten, halten Sie Ausschau nach Weinen mit hohem Säuregehalt. Diese können am ehesten gegen den Fettgehalt des Käses ankommen.

 

5. Wein muss dekantiert werden

Wer Wein richtig trinken möchte, muss ihn vorher in einen Dekanter umfüllen. So lautet ein weit verbreiteter Wein-Irrtum. Ein Umfüllen des Weines in einen Dekanter ist aber eigentlich nur bei älteren Weinen nötig, die viel atmen müssen. Vor allem jedoch um Weinstein oder Korkreste aus den Weingläsern fernzuhalten. Durch die spezielle Form des Dekanters bleiben diese während des Einschenkens im Bauch des Dekanters zurück. Bei jungen oder mittelalten Weinen reicht es meist aus, diese wenige Minuten im Glas oder sogar in der offenen Flasche atmen zu lassen.

 

Unser Tipp: Es gibt so viele Weinirrtümer, wie es Weinregeln gibt. Denken Sie jedoch immer daran, Wein richtig trinken, heißt vor allem, Spaß zu haben und die Leichtigkeit eines gelungenen Abends zu genießen! Zum Wohl!

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