Sandro, du leitest seit 16 Jahren Kochkurse, was fasziniert dich daran?

Sandro: Das spannende ist, dass jedes Kochevent und jeder Kochkurs immer wieder anders ist. Jeder Abend entwickelt seine eigene Dynamik. Das liegt einerseits an äußeren Umständen, also Wetter, Jahreszeit und Anlass des Abends, Geburtstag oder Teamevent. Auf der anderen Seite liegt das aber auch an den völlig unterschiedlichen Menschen, die zu mir in den Kochkurs kommen. Ich habe mit der Zeit gelernt, mich immer wieder neu auf Gruppen einzustellen und einen Kochkurs von der Stimmung so zu steuern, dass alle sich wohlfühlen. Ich versuche quasi das Gemeinwohl anzusteuern. Das ist eine Herausforderung, die mich jedes Mal neu reizt.

Hast du so was wie eine Philosophie für deine Kochkurse?

Sandro: Mein Ziel ist es, die Erkenntnis zu wecken, dass Kochen ganz einfach ist – denn das ist es erst mal. Jeder kann kochen! Man muss nur die Motivation dafür herauskitzeln. Das geht nur, wenn ich nicht überfordere. Außerdem möchte ich unsere Gäste in den Kochkursen und Teamevents während des Kochens begleiten und nicht herumkommandieren. Der Gast soll etwas lernen, er soll aber auch loslassen können und sich wohlfühlen. Auch hier gilt: Es soll eine Art Wohlfühlraum entstehen, in dem der Gast sich auf das Kochen und das Miteinander einlassen kann.

Warum sind Kochkurse als Teamevent so beliebt?

Sandro: Sie sind zu 100% steuerlich absetzbar! (lacht)
Nein, im Ernst, Kochkurse bieten eine extrem gute Möglichkeit, Kollegen oder Mitarbeiter oder Kunden besser kennenzulernen. Und das eben nicht verkrampft auf Knopfdruck, sondern ganz nebenbei und natürlich. Kochen verbindet! Das ist natürlich ein bisschen plakativ. Aber eine gemeinsame Aufgabe mit einem gemeinsamen Ziel lenkt die Aufmerksamkeit ab. Man lernt sich quasi im Windschatten des Kochens ganz nebenbei wie von alleine kennen.

 

Und die gemeinsame Aufgabe schweißt zusammen…

Sandro: Das kommt noch dazu! Das Gute daran ist, dass man direkt am Tisch beim Essen eine Rückmeldung bekommt, ob und wie gut man dieses Ziel erreicht hat. Im besten Fall und der trifft meistens ein, ergibt sich ein gemeinsames Erfolgserlebnis. Das ist die Krönung eines lockeren und entspannten Miteinanders: gemeinsam das genießen, was man zusammen als Team gekocht hat. Gemeinsame Erfolgserlebnisse sind gerade für ein Teamevent sehr wichtig.

 

Was passiert, wenn etwas schief geht und es mal nicht schmeckt?

Sandro: Das ist in den 16 Jahren erst einmal passiert. Das war eine Creme Brulée, die statt mit Zucker mit Salz gemacht wurde. Die war nicht mehr zu retten. (lacht)
Ansonsten können wir eigentlich alles noch retten, korrigieren oder zur Not auch noch schnell neu machen. Wichtig ist, dass man die Fehler mit Humor nimmt. Und daraus lernt. Wenn die Creme Brulée hinterher für lustige Gespräche sorgt und auch die Gruppe selbst darüber lachen kann, ist das doch super! Es darf aber niemand vorgeführt werden. Und das ist dann auch meine Aufgabe, Missgeschicke so zu verpacken, dass sie als Anschauung für gelungene Problemlösung dienen und so doch noch zum Erfolg werden. Für unsere Gäste gilt: Keine Angst vor Missgeschicken, Fehler sind zum Lernen da!

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