Eine kleine Markthalle für das Belgische Viertel

Den großen Markthallen im Süden Kölns droht der Rauswurf aus der Stadt. Die Planungen für den Umzug des Großmarktes sind zwar zwischenzeitlich wieder ins Stocken geraten, lassen jedoch nicht mehr aufhalten: Der Großmarkt macht Platz für neuen Wohnraum in Köln. Das ist schade, aber verständlich. Wie schön, dass im belgischen Viertel eine Alternative geboten wird. Kleiner zwar, zugegebener Maßen sehr viel kleiner, aber dafür auch mit mehr Charme und Persönlichkeit. Die Markthalle Belgisches Viertel öffnet seit kurzen seine Pforten für alle kulinarischen Entdecker und Veedelseinkäufer. Ein guter Grund sich die Markthalle mal genauer zu betrachten.

Eingang zur Markthalle

Frischer Fisch vom König

Dass Köln um eine weitere kulinarische Feinheit bereichert wurde, lässt sich auf dem Brüsseler Platz noch nicht erkennen. Neugieriges um die Ecke schauen. So viel schon gehört von der Planung, von der Eröffnung. Und nun endlich Zeit gefunden für einen persönlichen Besuch. Abbiegen auf die Maastrichter Straße, hier soll sie sein, die neue Markthalle im Belgischen Viertel. Und dann: Große weiße Buchstaben auf schwarzer Fassade. Nüchterne Ankündigung, wo Vorfreude und gespanntes Erwarten sich treffen.
Durch die Einfahrt sieht man schon den geschützten Innenhof, links ein großes Schaufenster mit Wein, erste Gerüche nach Kaffee, Brot und Meer. Der Fischhändler grüßt freundlich, mit frischer Ware ist man guter Laune. Das Sortiment beim „Fischkönig“ ist überschaubar, wirkt dafür ausnahmslos frisch. Mit Blick auf die wunderschönen Forellen entfalten sich Gedanken an unseren Kochkurs „Alles aus dem Meer“ in der Kochfabrik. Es zieht weiter rein, durch die Tür und schon ein Raumgefühl. Beide Etagen öffnen sich gleichsam. Kurze Unentschlossenheit, dann: die Espressobar lockt oben. Also hinauf die fünf Stufen und lässig gelehnt Espresso vom Fachmann genießen. Schmeckt!

Faires Fleisch durch Transparenz

Gestärkt mit dem Koffein eines vollmundigen Espressos geht es weiter. Oben wölbt sich das Dach im Industrie-Chic, unten warme Holzflächen und verzierte Kacheln. Zur Rechten ein Fenster. Zu sehen ist ein Schwein – ausgenommen und roh hängt es hinter der Scheibe. Eine besondere Ankündigung einer besonderen Metzgerei: „Lappen und Prengel“. Tierwohl, Fairness und Transparenz gehen hier zusammen mit Fleisch vom selbstgeschossenen Wild, vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein, Hohenloher Weiderind und vom Lamm. Welch gelungene und immer noch viel zu seltene Verbindung.

Das Schwein im Fenster    Transparenz bei Lappen und Prengel

Brot vom Spezialisten

Der Duft nach frischem Brot lässt den Kopf linksdrehen, ein alter Bekannter wartet. Der Brotspezialist – zweifußig jetzt, mit einem Bein im Agnesviertel, mit dem anderen im Belgischen Viertel. Qualität steht sicher. Frisch vor Ort gebackene Waffeln und bekannte, geschätzte Vielfalt. So viel zu probieren, so viel frisches Brot. Fehlt nur noch Butter und Salz!

Theke Terre de Provence

Leckereien aus der Provence

Aber weiter aujourd’hui, Frankreich wartet. Gleich hinter den Brotbergen liegt Terre de Provence. Ein Stand fürs Auge. Für alle anderen Sinne auch. Feinheiten aus französischer Nachbarschaft: Käse, Wurst, Öl, Cremes, Mousses und Wein von kleinen Anbietern. Perfekt für kleine Aufmerksamkeiten. Oder großen Appetit. Ein kurzer Blick noch über Gemüse. Frisches, blendendes Aussehen am Ende der Etage –Duft nach Erde und Rüben – ein Stand mit richtigem Marktflair. Perfekt für unseren Kochkurs „Rund ums Gemüse“. Vielleicht starten wir den Kochkurs gleich hier. Mit einem Besuch in der Markthalle. Kochen lernen beginnt beim Einkauf, und der macht in der Markthalle besonders viel Freude!

 

Demnächst eine Tour durch die untere Etage der Markthalle im Belgischen Viertel.

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